26.11.2010, Neue Zürcher Zeitung

Elcom lenkt bei Erdverlegung ein

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom), die unter anderem die Kosten des Über- tragungsnetzes kontrolliert, will nun bei der Frage der von vielen Anwohnern geforderten Erdverlegung von Hochspannungsleitungen doch die Einzelentscheide des Bundes und der Gerichte akzeptieren, wie am Elcom-Forum in Rapperswil erklärt worden ist. Erdkabel sind teurer als Freileitungen, der Bau stösst aber meist auf weniger Widerstand. Zuletzt hatte die Elcom die Stromfirmen hingegen darauf hingewiesen, dass die Mehrkosten für die Erdverlegung kaum an die Kunden weiterverrechnet werden könnten (NZZ 28. 10. 10). Die Elcom verlangt nun eine ausführliche Dokumentation zu Entscheiden für die Verkabelung wie auch für andere In- vestitionen, so dass deren Angemessenheit ersichtlich wird. Mit solchen neuen Grundsätzen zur Anrechenbarkeit von Netzinvestitionen hofft Elcom-Präsident Carlo Schmid lange andauernde Unsicherheiten der Stromfirmen beseitigt zu haben. Seitens des Eidgenössischen Starkstrom- inspektorats wurde denn an der Elcom-Fachtagung ein Verzug bei der Einreichung von Aus- bauprojekten dargestellt - nicht alle Verzögerungen bei der Netzerweiterung sind also den Einsprachen von Anwohnern anzulasten. Bei der umstrittenen Frage der Erdverlegung Kompromisse zu finden, ist schwierig, weil auch bei den resultierenden Mehrkosten die Meinungen auseinandergehen und örtlich variieren. Kabelunternehmen werben mit günstigen partiellen Erdverlegungen.

Wie zudem bekanntwurde, hat die Elcom mit einer Verfügung die umstrittene Frage geregelt, welche Teile des Netzes in den Besitz des Netzbetreibers Swissgrid gehen und was bei den Versorgungsunternehmen bleibt. dsc.

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